Hydraulikspeicher

Um hydraulische Energie zu speichern bzw. ggf. an einen Verbraucher weiterzugeben werden Hydraulikspeicher bzw. Druckspeicher verwendet.

Hydraulikspeicher werden z. B. eingesetzt
… zur Aufrechterhaltung des Drucks bei abgeschaltener Pumpe
… zur Aufrechterhaltung von Energiereserven für den Fall, dass die Pumpe ausfällt – der Hydraulikspeicher dient als Notfallaggregat und hält z. B. den Steuerdruck an einer Maschine aufrecht
… zum Ausgleich von Pulsationen der Pumpe
… zur Dämpfung durch Schaltvorgänge entstehender Druckstöße oder Schwingungen
… um die Hubzeit bei hydraulisch betätigten Arbeitsvorgängen zu verkürzen – kurzfristiger Spitzenbedarf wird abgedeckt und in den „Pausen“ kann der Speicher von der Hydraulikpumpe, deren Leistung geringer als die benötigte Spitzenleistung sein kann, erneut aufgeladen werden.
… zur Kompensation einer Ölleckage – der Druckspeicher hält den Spanndruck z. B. am Hydraulikzylinder aufrecht
… um das Volumen bei evtl. Temperaturveränderung in geschlossenen Systemen auszugleichen

Hydraulische Energie kann einerseits durch Heben eines Gewichtes, andererseits durch das Spannen einer Feder erfolgen. Bei Bedarf wird die gespeicherte Energie wieder an die Hydraulikflüssigkeit abgegeben (Lagerenergie / Federspannung).
Da jedoch Federspeicher bzw. Gewichtsspeicher nur ein geringes Speichervolumen besitzen, werden diese nur selten verwendet.
Die Energiespeicherung wird hauptsächlich durch die Komprimierung des Gasvolumens bewirkt – hier: Gasdruckspeicher. Bei diesen Speichern kommt i. d. R. Stickstoff in Einsatz, denn Stickstoff ist ein neutrales Gas und es besteht im Grunde genommen keine Explosionsgefahr, da dieses Gas selbst bei hohen Temperaturen keine chemischen Verbindungen eingeht. Zusätzliche Vorteile von Stickstoff sind das gute Kompressionsverhalten, der relativ gute Preis im Vergleich zu einem sog. „Edelgas“ und der Korrosionsschutz.
Gasdruckspeicher unterscheidet man anhand der Trennung von Gasraum und Flüssigkeitsraum, welche durch Kolben, Membrane bzw. Blasen entsteht: Blasenspeicher, Kolbenspeicher, Membranspeicher.
Der Speicher wird aufgeladen durch den Druckanstieg im Hydrauliksystem.
Der Speicher gibt Volumen ab durch den Druckabfall im Hydrauliksystem.

Kolbenspeicher haben den Vorteil, dass die Gehäuseform einfach gehalten ist, sie für ohne Temperaturen geeignet sind, der Austausch von sog. Verschleißteilen möglich ist, das Nennvolumen groß ist, sie für Batterieanordnung geeignet sind und die Überwachung des Kolbens möglich ist.
Volumen (V): 2 – 400 Liter
Druck, maximal / bar: 350

Blasenspeicher haben den Vorteil, dass durch die geringe Masse der Trennwand die Reaktionszeit kurz ist, sie einen guten Wirkungsgrad besitzen, sie Hysterese-frei sind und ein großes Nennvolumen möglich ist.
Volumen (V): 0,2 – 200 Liter
Druck, maximal / bar: 500

Membranspeicher haben den Vorteil, dass durch die geringe Masse der Trennwand die Reaktionszeit kurz ist, sie einen guten Wirkungsgrad besitzen, sie hysteresefrei sind und ihre Lebensdauer lang ist.
Volumen (V): 0,1 – 4 Liter
Druck, maximal / bar: 500

Bitte beachten Sie beim Einbau eines Hydraulikspeichers unbedingt die gültigen Unfallverhütungsvorschriften!

- Alle Angaben ohne Gewähr -

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