Wartung und Instandhaltung von Hydraulikanlagen

Grundvoraussetzung für eine zufriedenstellend arbeitende Hydraulikanlage ist eine fachmännische Wartung.
Wird eine Hydraulikanlage regelmäßig gewartet bzw. im Bedarfsfall fachgerecht repariert können lange Stillstandszeiten und hohe Reparaturkosten vermieden werden.
Es ist absolut erforderlich, Ventilkenntnisse zu besetzen und mögliche Fehler der Komponenten als auch deren Fehlerursache zu kennen. Nur derjenige, der die Zusammenhänge erkennt und auch versteht, ist in der Lage, eine sachgemäße Instandhaltung bzw. Wartung vorzunehmen.

Inspektionen, ohne den laufenden Betrieb zu unterbrechen
Empfehlenswert ist grundsätzlich, dass in regelmäßigen Intervallen die Hydraulikanlage kontrolliert wird.
Speichern Sie die Kontrolldaten der jeweiligen Inspektion in Ihrer Datenbank, so können Sie auftretende Fehler schnell feststellen oder mittels Auswertungen dieser Daten wertvolle Informationen über Ihr System (z. B. die Lebensdauer) erhalten.

Druckkontrolle
Vergleichen Sie sämtlich eingestellten Drücke mit den Sollwerten auf dem Hydraulikplan. Werden hier Abweichungen festgestellt, müssen diese vermerkt und beseitigt werden.

Filter
Kontrollieren Sie regelmäßig die Verschmutzungsanzeigen.

Geräuschkontrolle
Die Kontrolle der Laufruhe der Elektromotoren und Pumpen ist ebenso sehr wichtig. Sind Geräusche wie bspw. Schläge beim Abschalten, Sprünge beim Anfahren oder „Flattern“ an den Ventilen wahrzunehmen, muss auch hier die Ursache gesucht und unbedingt beseitigt werden.

Leistung
Vergleichen Sie mit vorhergehenden Messdaten die Taktzeiten, messen Sie ggf. die Geschwindigkeit.

Ölstand und Ölfüllung
Prüfen Sie den Ölstand und untersuchen die Behälter regelmäßig auf Leckstellen. Ist eine Komponenten mangelhaft, sollten dieser Mangel / Fehler sofort beseitigt werden. Wird festgestellt, dass regelmäßig Hydrauliköl nachgefüllt werden muss, dann ist es unerlässlich, nach dem Leckagegrund zu suchen. Tritt z. B. alle 10 Sekunden ein Tropfen Öl aus, verursacht dies pro Jahr einen Ölverlust von ca. 100 Litern.

Öltemperatur
Ein Alarmsignal ist der Anstieg der Öltemperatur über die normalen Werte ohne ersichtlichen Grund. In diesem Fall muss sofort nach der Ursache gesucht werden. Gründe könnten sein: defekte Regler an den Pumpen, falsche Druckeinstellungen oder verschmutzte Kühler.

Ölzustand
Öl, das schaumig ist, weist auf gelöste Luft im System;
Öl, das trüb und schleimig ist, ist ein Hinweis auf enthaltenes Wasser;
Öl, das schwarz-braun ist, deutet auf altes Öl hin.
Bei der Prüfung des Ölzustandes sollte die Betriebstemperatur ermittelt und mit vorhergehenden Messdaten unter Berücksichtigung der Tagestemperatur verglichen werden.

Pumpe(n)
Achten Sie auf die richtige Ausrichtung und vor allem Befestigung der Pumpe(n), damit Sie eventuelle Schäden an den Kupplungen oder Wellen vermeiden können. Oftmals ist auch der Wellendichtring verantwortlich für angesaugte Luft und damit für Kavitationsschäden.

Schlauchleitung(en)
Besonders an der Einbindung müssen Schlauchleitungen regelmäßig kontrolliert werden. Beseitigen Sie sog. Scheuerstellen umgehend.

Speicher
Prüfen Sie die Absperreinrichtung, den Gasvorspanndruck, das Hinweisschild „Druckspeicher – Anlage“, die Markierung des höchstzulässigen Betriebsdrucks, das Typenschild sowie die Verplombung.

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